... Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. - Aurelius Augustinus -

Donnerstag, 21. April 2011

Abschied auf indisch!

Besser haetten die letzten Tage in meinem geliebten Indien nicht sein koennen: 3 Tage lang habe ich die Strassen Mumbais hauptsaechlich zu Fuss erkundet (was die Rezeptionisten in meinem Hotel sehr amuesiert hat, da hier ein jeder eigentlich das Taxi nutzt), war erstaunt ueber die tollen Kolonialbauten, habe mir die beeindruckenden Felsentempel auf Elephanta Island angeschaut, war wieder einmal schockiert, wie nah Elend und Fortschritt hier beianderliegen, habe nochmal die indische Lebensart in mich aufgesogen und gleichzeitig auch Abschied genommen, indem ich auf westliches Essen bei McDonalds umgestiegen bin. Und fast waere ich ein Bollywood-Filmstar geworden. Leider nur fast. Oder vielleicht besser so, denn mit mir waere der Film wahrscheinlich gefloppt... Aber nun von vorn: Ich hatte schon gehoert, dass Touristen in Mumbai immer mal angesprochen werden, ob sie nicht als Statisten in einem Bollywood-Film mitspielen moechten. Trotzdem war ich ein wenig skeptisch als mich an meinem letzten Tag ein Filmagent auf der Strasse ansprach. Nachdem aber auch noch andere "Opfer" an dem vereinbarten Treffpunkt auftauchten, war ich doch beruhigt, und bin letztendlich gemeinsam mit 15 anderen Europaeern am Abend zu einem Filmstudio gefahren. Also das ist schon aufregend auf einmal in einer Kulisse in einer schottischen Stadt zu stehen, kann ich euch sagen! Nach ein wenig Warten und viel Staunen wurden wir dann eingekleidet - was ein Spass! Ich endete in sehr "geschmackvollen" Glitzerleggings und einem sehr kurzen Kleidchen drueber und geriet doch schon ein wenig ins Gruebeln, was ich denn wohl in dem Film darstellen soll ... Es gibt auch Fotos davon, aber die zeig ich lieber nur im privaten Kreis ;-) Den anderen erging es aber auch nicht wirklich besser - wir sahen irgendwie alle sehr ulkig aus. Man erklaerte uns, dass die Szene, in der wir auftreten, im Jahr 1996 spielt - da war so was eben "in". Okay. Dann ging das Warten am Set weiter ... Zwischendurch gab's mal Essen. Und wieder Warten ... Trotzdem voll spannend, die Darsteller zu beobachten, zu sehen, wie der Regen im Film entsteht, wie lange es dauert bis 2 Sekunden Filmsequenz "im Kasten" sind und einfach das ganze Drum und Dran mitzuerleben. Der Agent, der mich angesprochen hatte, meinte, dass wir um fuenf Uhr morgens definitiv wieder zurueck in Mumbai seien - fuer mich extrem wichtig, da ich um sieben mit dem Taxi zum Flughafen musste, um um zehn meinen Flug zu bekommen. Bloed nur, dass die Inder es nicht so mit genauen Zeitangaben haben ... Am Set wurde uns dann mitgeteilt, dass der Dreh bis 5 Uhr geht (planmaessig, aber es schien eh schon alles irgendwie zeitverzoegert, wie das halt beim Film ist ...) und 2 Stunden Fahrt musste man zurueck in die Stadt einplanen! Da machte sich dann schon ein wenig Panik in mir breit ... Bis 3 Uhr in der Frueh war ich noch in keiner Szene eingesetzt worden, wurde von so einem eher zwielichtigen Set-Mitarbeiter aber dauernd vertroestet, dass die Szene, in der wir alle zum Einsatz kommen, aber gleich startet. Nach ewigen durchaus filmreifen Diskussionen, wurde ich dann 4 Uhr gluecklicherweise von einem Fahrer allein zurueck nach Mumbai gebracht wurde, die anderen haben wahrscheinlich noch Stunden weiter gedreht ... Fuer den grossen Erfolg und Ruhm hat es also leider nicht gereicht, trotzdem kann ich mir keinen besseren Abschluss einer Indienreise vorstellen, als in der "Bollywood"-Metropole Mumbai hautnah die Entstehung eines Filmes miterleben zu duerfen ...

Meinen Flug hab ich auch puenktlich erreicht und ploetzlich bin ich nicht mehr in Indien, sondern in Australien! Befreiend und traurig zugleich, wieder westliche Lebensweise um sich zu haben. Und irgendwie fuehlt es sich grad an, als waere Indien nur ein Traum gewesen ...

Montag, 18. April 2011

Quiz-Nachhilfe!

Na ihr Lieben, die Beteiligung an meinem Bilderraetsel kann man ja als sehr unterdurchschnittlich betrachten ... Sicher habt ihr alle Angst, was falsches zu schreiben und damit eure Ratechance zu vertun. Deshalb jetzt eine kleine Regelaenderung: Jeder darf so viele Tips abgeben, wie er moechte. Bis jetzt kamen ja schon einige fantasievolle Vorschlaege, was das Ding sein koennte - Spucknapf, Aufbewahrungsbox fuer Huete, Essensbestellungen oder weckzeiten. Leider bislang kein Treffer dabei. Aber schoen, wenn ihr euch Gedanken macht. Ihr habt ja auch noch 3 Monate bis ich wiederkomme, um euch eure Koepfe zu zerbrechen...
Einen Tip, wie von einer einzelnen Dame gewuenscht, kann ich euch leider nicht wirklich geben - dann waere es naemlich viel zu einfach ... Vielleicht nur so viel: auch wir Deutschen koennten dies in unseren Zuegen gebrauchen, allerdings fehlt in den Zuegen der deutschen Bahn eine wichtige Voraussetzung zur sinnhaften Nutzung. So das muss reichen!!! Liebe Gruesse!

Samstag, 16. April 2011

Zurueck im ganz normalen Wahnsinn!


Gestern hiess es dann fuer mich Abschied nehmen vom wohl behueteten Leben im Ashram. War schon ein wenig komisch nach 2 Wochen wieder in die "normale" Welt zurueckzukehren, aber gleichzeitig auch sehr belebend! Hab das ganze Gehupe auf den Strassen, das dauernde Angequatschwerden und so viele Kleinigkeiten aus dem indischen Alltag doch richtig vermisst. Den gestrigen Nachmittag hab ich dann auch gleich zur Erkundung Madurais oder besser gesagt zur Erkundung der Textilgeschaefte hier genutzt. Madurai ist beruehmt fuer Saris und Seide - ich muss ja nicht weiter erklaeren, was das heisst. Mein Rucksack platzt jetzt jedenfalls aus allen Naehten ;-) Am Abend habe ich mir dann den imposanten Meenakshi-Tempel angeschaut, der momentan mit tausend Lichtern bestueckt ist, da in diesen Tagen die Hochzeit der Goettin Meenakshi mit Gott Shiva gefeiert wird. Im Tempelinneren wurde dazu eine mit Goetterbildern und tausenden von Jasminblueten geschmueckte Buehne aufgebaut (ein Wahnsinns-Geruch!), auf der heute die Trauung der beiden Goetter mit Statuen nochmals nachvollzogen wird. Hab heute morgen versucht, einen Blick auf die Zeremonie zu erhaschen, hab nach einer Stunde aber die Flucht vor den Menschenmassen ergriffen. Jemand sagte mir, dass insgesamt wohl 16.000 Zuschauer die Zeremonie live verfolgen - das war mir dann doch zu viel ... Ausserdem ist es zur Zeit unertraeglich heiss hier, so dass einem der Schweiss schon von der Stirn rinnt, wenn man nur einen Fuss vor die Tuer setzt.
Heute Nachmittag begebe ich mich dann auf die letzte Etappe meiner Indienreise. Mit dem Flieger geht es nach Mumbai, wo ich mich 4 Tage lang nochmal in den indischen Grossstadtjungel stuerzen werde und dann heisst es auch schon "Indien Good bye" :-(

Om Namah Shivaja!


... So toente es mir die letzten 2 Wochen zu jeder Begruessung im Sivananda-Ashram entgegen. Nachdem ich in den ersten Tagen meines "Klosteraufenthaltes" des oefteren am liebsten die Flucht ergriffen haette vor dem ganzen Beten, spirituellen Gesinge (liebe Denise, das was wir bei Georg Sat Atma Singh "durchmachen" mussten, war nichts dagegen ...) und Meditieren, hab ich dann irgenwann doch wirklich begonnen, das "Einsiedlerleben" zu geniessen. Damit ihr euch das Ashram-Leben in etwa vorstellen koennt: Etwa 5-6 Yogalehrer und zusaetzlich 3-4 Kuechenmitarbeiter leben hier fuer eine bestimmte Zeit und unterrichten und kuemmern sich um die, die hier ihren "Yoga-Urlaub" verbringen wollen. Es gibt eine straff geregelte Tagesroutine, die wie folgt aussieht: 5.30 Uhr Aufstehen, 6 Uhr Meditation & Satsang (Spirituelles Singen), 8.00 Yogaunterricht, 10 Uhr Fruehstueck / Mittag (ja man kann 4 Stunden vorher ohne Essen aushalten ;-)), 11 Uhr Karma-Yoga (klingt netter als Putzen, ist aber genau das ;-)), 13 Uhr Einzelunterricht, 14 Uhr Unterricht ueber die Yoga-Philosophie, 16 Uhr Yogaunterricht, 18 Uhr Abendessen, 20 Uhr Meditation und Satsang, 22 Uhr Nachtruhe. Okay, das Aufstehen um 5.30 Uhr habe ich bis zum Schluss gehasst und nicht selten hab ich mich bis 6 Uhr im Bett gewaelzt und dann "leider" die ersten 15 Minuten der 30-minuetigen Meditation verpasst ;-) Ansonsten hatte es aber schon was fuer sich, einfach ein wenig Zeit zur inneren Einkehr zu haben und 2 mal taeglich fuer 2 Stunden Yoga-Uebungen zu praktizieren. Habe wirklich gemerkt, wie sich dadurch in den 2 Wochen meine Fitness, meine Flexibilitaet (am Ende hab ich doch wirklich einen Kopfstand hinbekommen, koennt ihr euch das vorstellen?) und mein geistiges Wohlbefinden verbessert haben. Jetzt muss ich es nur noch hinbekommen, auch fuer mich alleine in der "wahren Welt" weiter Yoga zu praktizieren ...
Entschuldigt, dass meine Schilderungen an dieser Stelle erstmal enden, aber fuer tiefsinnigere Erlaeuterungen fehlt mir momentan einfach die Zeit und irgendwie auch die richtigen Worte. Da muss ich wohl bei meiner Rueckkehr fuer Interessierte mal eine kleine "Yogavorfuehrung" einlegen ...