Besser haetten die letzten Tage in meinem geliebten Indien nicht sein koennen: 3 Tage lang habe ich die Strassen Mumbais hauptsaechlich zu Fuss erkundet (was die Rezeptionisten in meinem Hotel sehr amuesiert hat, da hier ein jeder eigentlich das Taxi nutzt), war erstaunt ueber die tollen Kolonialbauten, habe mir die beeindruckenden Felsentempel auf Elephanta Island angeschaut, war wieder einmal schockiert, wie nah Elend und Fortschritt hier beianderliegen, habe nochmal die indische Lebensart in mich aufgesogen und gleichzeitig auch Abschied genommen, indem ich auf westliches Essen bei McDonalds umgestiegen bin. Und fast waere ich ein Bollywood-Filmstar geworden. Leider nur fast. Oder vielleicht besser so, denn mit mir waere der Film wahrscheinlich gefloppt... Aber nun von vorn: Ich hatte schon gehoert, dass Touristen in Mumbai immer mal angesprochen werden, ob sie nicht als Statisten in einem Bollywood-Film mitspielen moechten. Trotzdem war ich ein wenig skeptisch als mich an meinem letzten Tag ein Filmagent auf der Strasse ansprach. Nachdem aber auch noch andere "Opfer" an dem vereinbarten Treffpunkt auftauchten, war ich doch beruhigt, und bin letztendlich gemeinsam mit 15 anderen Europaeern am Abend zu einem Filmstudio gefahren. Also das ist schon aufregend auf einmal in einer Kulisse in einer schottischen Stadt zu stehen, kann ich euch sagen! Nach ein wenig Warten und viel Staunen wurden wir dann eingekleidet - was ein Spass! Ich endete in sehr "geschmackvollen" Glitzerleggings und einem sehr kurzen Kleidchen drueber und geriet doch schon ein wenig ins Gruebeln, was ich denn wohl in dem Film darstellen soll ... Es gibt auch Fotos davon, aber die zeig ich lieber nur im privaten Kreis ;-) Den anderen erging es aber auch nicht wirklich besser - wir sahen irgendwie alle sehr ulkig aus. Man erklaerte uns, dass die Szene, in der wir auftreten, im Jahr 1996 spielt - da war so was eben "in". Okay. Dann ging das Warten am Set weiter ... Zwischendurch gab's mal Essen. Und wieder Warten ... Trotzdem voll spannend, die Darsteller zu beobachten, zu sehen, wie der Regen im Film entsteht, wie lange es dauert bis 2 Sekunden Filmsequenz "im Kasten" sind und einfach das ganze Drum und Dran mitzuerleben. Der Agent, der mich angesprochen hatte, meinte, dass wir um fuenf Uhr morgens definitiv wieder zurueck in Mumbai seien - fuer mich extrem wichtig, da ich um sieben mit dem Taxi zum Flughafen musste, um um zehn meinen Flug zu bekommen. Bloed nur, dass die Inder es nicht so mit genauen Zeitangaben haben ... Am Set wurde uns dann mitgeteilt, dass der Dreh bis 5 Uhr geht (planmaessig, aber es schien eh schon alles irgendwie zeitverzoegert, wie das halt beim Film ist ...) und 2 Stunden Fahrt musste man zurueck in die Stadt einplanen! Da machte sich dann schon ein wenig Panik in mir breit ... Bis 3 Uhr in der Frueh war ich noch in keiner Szene eingesetzt worden, wurde von so einem eher zwielichtigen Set-Mitarbeiter aber dauernd vertroestet, dass die Szene, in der wir alle zum Einsatz kommen, aber gleich startet. Nach ewigen durchaus filmreifen Diskussionen, wurde ich dann 4 Uhr gluecklicherweise von einem Fahrer allein zurueck nach Mumbai gebracht wurde, die anderen haben wahrscheinlich noch Stunden weiter gedreht ... Fuer den grossen Erfolg und Ruhm hat es also leider nicht gereicht, trotzdem kann ich mir keinen besseren Abschluss einer Indienreise vorstellen, als in der "Bollywood"-Metropole Mumbai hautnah die Entstehung eines Filmes miterleben zu duerfen ...
Meinen Flug hab ich auch puenktlich erreicht und ploetzlich bin ich nicht mehr in Indien, sondern in Australien! Befreiend und traurig zugleich, wieder westliche Lebensweise um sich zu haben. Und irgendwie fuehlt es sich grad an, als waere Indien nur ein Traum gewesen ...
Meinen Flug hab ich auch puenktlich erreicht und ploetzlich bin ich nicht mehr in Indien, sondern in Australien! Befreiend und traurig zugleich, wieder westliche Lebensweise um sich zu haben. Und irgendwie fuehlt es sich grad an, als waere Indien nur ein Traum gewesen ...